omx 2013 salzburg

Recap zur OMX 2013: Inspirierende Veranstaltung, top organisiert

Heute fand zum ersten Mal die OMX, das Online Marketing Pendant der SEOkomm, in Salzburg statt. Organisiert wurde das Event von Oliver Hauser, Christoph Cemper und den Next Experts. Geschickt platziert zwischen SEOkomm Academy und SEOkomm, die heuer zum 4. Mal stattfindet, fand die OMX großen Zuspruch.

Eine ausverkaufte Party danach und viele volle Vorträge deuten darauf hin, dass die erste Fassung der OMX ein echter Erfolg war. Für uns waren einige spannende Impulse dabei. Im Folgenden ein wenig Infos zu den einzelnen Vorträgen

Aktueller Stand der EU-Cookie Richtlinie und Tracking Alternativen in der Post-Cookie-Ära (Markus Kellermann)

Markus Kellermann referierte über die Veränderungen, die mit Einführung der EU Cookie Richtlinie auf Webmaster, Online Marketer und Unternehmen zukommen. Am Anfang legte er einen großen Fokus auf die Historie und die Entscheidungsinstanzen für das Cookie Ecosystem. Entscheidend für die Praxis war dann die Aussage, dass die EU-Cookie Richtlinie lediglich eine Vorgabe für die einzelnen Länder ist. So bedarf sie zu ihrer Gültigkeit einer Umsetzung in nationales Recht (im Gegensatz zu einer Verordnung, die unmittelbar wirksam wäre).

Daraus folgt, dass mehrere rechtliche Szenarien möglich sind bei der Cookierichtlinienumsetzung (ein schönes langes Wort). Markus analysierte den Best Case (keine signifikanten Änderungen zum Status Quo) sowie mehrere Worse und Worst Case Szenarien. Im Worst Case müssen wir mit einer Dominanz von First Party Cookie Anbietern rechnen. Zuletzt zeigte er noch einige Alternativen zum Cookie Tracking auf.

Facebook Werbung – Ziele, KPIs, Tools und Zahlen aus echten Kampagnen (Michael Heugl)

Michael Heugl von httpool sprach über die Anwendungsmöglichkeiten von Facebook Werbung und die jeweils passenden Werbeformate. Die verschiedenen interessanten Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Lead Generierung
    • Off-Facebook: d.h., der Nutzer wird auf eine Drittseite (Landing Page) geleitet
    • On-Facebook: der Nutzer bleibt im Facebook Ökosystem (hier ergeben sich naturgemäß niedrigere Absprungraten und es lassen sich granularere Daten erheben)
  • Mobile App Downloadsteigerung
  • Aktivitätssteigerung auf der eigenen Facebook Page
  • Fan Generierung
Facebook

Bei der Optimierung von Kampagnen zeigte er an Hand eines einfachen Beispiels, wie schnell eine Kampagne sehr komplex werden kann. Die vielen Targeting-Möglichkeiten sind hier der große Komplexitätstreiber. Man nehme an, es sollen

  • 3 verschiedene Altersgruppen (z.B. 14-20,21-26,27-32),
  • drei Interessensgruppen (Shopping, Reisen, Kosmetik),
  • Geschlecht,
  • und die Position der Anzeigen (im Newsfeed und an der rechten Seite)

unterschieden werden. Somit erhält man eine 3 x 3 x 2 x 2 Matrix, also 36 verschiedene Anzeigenversionen. Dies kombiniert man mit dem Wissen, dass höchste Conversiontreiber Bilder und Überschriften sind. Testet man also 4 verschiedene Bilder und 2 unterschiedliche Überschriften, so erhält man bereits 288 Anzeigen. Beeindruckende Möglichkeiten! Um so etwas zu managen, ist richtiges Werkzeug Pflicht. Der Facebook Power Editor ist ein guter Startpunkt. Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine breite Toollandschaft, die Facebook Advertiser unterstützt.

Strategische Conversion-Optimierung – Ein Stück in drei Akten (Torsten Hubert)

Der vielen über seinen Blog Konversionskraft bekannte Torsten Hubert sprach über richtige Conversionoptimierung. Vorab: ungeklärt blieb die Frage, ob es Konversions- (deutsch) oder Conversion-Optimierung (englisch) heißen sollte 😉 Auch hier wurde munter zwischen den Versionen geswitched.

Torsten leitet die Webarts AG, mit 35 Mitarbeitern die größte CRO Beratung in D-A-CH. Er stellte unter anderem sein 7E Modell vor, welches die 7 elementaren Conversionfaktoren beschreibt. Diese sind:

  • Relevanz
  • Vertrauen
  • Orientierung
  • Stimulanz
  • Sicherheit
  • Komfort
  • Bewertung

Anhand dieses und weiterer Modelle können Conversion-Labs durchgeführt werden, bei denen die eigene Landing Page, der Shop oder die ganze Webseite auf Herz und Nieren getestet werden. Hierbei ist wichtig, dass auch die Wettbewerber in den Test einbezogen werden.

Torsten definiert CRO als relevante Alleinstellung im Kopf des Kunden. In einem spannenden Praxisbeispiel aus dem Fashion-Bereich zeigte er, wie 3 unterschiedliche, optimierte Seitenvarianten gegeneinander performten. Die Varianten waren

  1. eine Basisoptimierung
  2. eine Optimierung nach Preis
  3. eine Optimierung nach Qualität

Hier zeigte sich schnell, dass die Kennzahl Conversion alleine unzureichend ist. Denn neben der Conversion ging auch die Retourenquote bei einigen Versionen signifikant nach oben. Wichtig ist deshalb die Analyse des Deckungsbeitrags der einzelnen Seiten. Durchgesetzt hat sich übrigens die Qualitätsvariante vor der Preisvariante. Die Basisoptimierung erzielte angesichts der hohen Retouren einen negativen Deckungsbeitrag.

Must Have: Landingpage für Onlineshops – So werden Sie zum Topseller (Manfred Gottschling)

Manfred Gottschling zeigte in seinem Vortrag auf, warum gutes Landing Page Design wichtig ist. Hier zeigte sich, dass die OMX ein breites Publikum anspricht und dementsprechend eine Vorträge auf einem etwas niedrigeren Level angesetzt sind – notwendigerweise.

Am Beispiel des Kaufs eines iPads wurde dargestellt, wie viele Devices mittlerweile zum Einsatz kommen und wie wichtig ein umfassendes Tracking des Users ist. Als Key Takeaways wurden definiert:

  •  Für mehrere Devices optimieren
  • Bedarfsgruppen identifizieren statt nach simplen Zielgruppen optimieren
  • Personas erstellen
  • Lösungen anbieten
  • Einen klaren Call-to-Action auf jeder Landing Page (vs. viele unnötige Klickoptionen)

Frag den Karl (Karl Kratz)

Eins der Highlights des Tages war sicherlich die exklusive, auf 40 Teilnehmer begrenzte Fragerunde mit Karl Kratz. Hier wurde besonders auf die Frauenquote geachtet, denn 20 Frauen und 20 Männer wurden zugelassen. Als Qualifikation für das Event musste jeder Teilnehmer vorab Christoph Cemper eine valide Frage stellen.

Die Veranstaltung selbst hielt allen Erwartungen stand. In schnellem Rhythmus, aber trotzdem umfassend und kompetent beantwortete Karl unzählige Fragen der Teilnehmer. Gerade zum Thema Landing Page Gestaltung und Erstellung hochwertiger Inhalte wurde länger diskutiert und es gab mal wieder viel Potenzial für den berühmten Synapsenbrand. Nachzulesen ist das Ganze auch teilweise bei den SEO Trainees, die live vom Event bloggten.

22 verkaufssteigernde Conversion-Tipps in 45 Minuten (W. Galetzki, T. Hubert, J. Langer, D. Kuruc, T. Urban)

In diesem Vortrag wurden im Minutentakt bekannte und nicht-so-bekannte Conversiontipps von den Experten

vorgestellt.

conversion rate optimierung wir schaffen das

Sie präsentierten einen bunten Blumenstrauß an Conversion-Ideen. Besonders interessant waren:

  • Optimierung auf Zeit(ersparnis) statt auf Preis (denn die Preisspirale dreht sich nur in eine Richtung)
  • Erzählen von Geschichten (wenngleich Storytelling manchen schon abgelutscht vorkommen dürfte)
  • Nennen von Inklusivleistungen
  • Einsatz von Vergleichslisten bei Auswahl zwischen Produkten (Beispiel: Reiseversicherungen bei Kauf eines Flugs oder Hotels)

Call Tracking & andere offline Touchpoints in der Customer Journey (Siegrief Stepke)

Siegfried Stepke hielt einen spannenden Vortrag über die Möglichkeiten des Offline-Trackings. Angefangen hat er mit dem Thema Call-Tracking: Durch Anzeige unterschiedlicher Telefonnummern auf der Webseite können nicht nur Online Conversions messbar gemacht werden, sondern sogar der einzelne Nutzer der Conversion zugeordnet werden.

catch me if you can tracking offline

Die Offline Conversion Rate ist maßgeblich durch den Faktor der gesamten Besucher bestimmt (denn die Zahl der Verkäufe wird sowieso gemessen). Neben bekannten Methoden gab es hier auch neues und hochspannendes Material:

  • Lichtschranken am Eingang
  • Infrarotwärmekameras
  • Tracking von Smartphones mit angeschaltetem Wlan

Gerade die letzte Variante bietet die charmante Möglichkeit, zwischen First Time und Returning Visitors zu unterscheiden über die einzigartige MAC-Adresse von mobilen Geräten.

Wichtig ist bei allen Trackingvarianten die Beachtung des Datenschutzes.

Adwords Kennzahlen der neuen Generation (Ulf Weihbold)

In einem sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Vortrag präsentierte Ulf Weihbold viele nützliche Kennzahlen zum Controlling von Google Adwords.

Konkret betrachtet wurden KPIs für die Bereiche:

  • Keywords
  • Qualitätsfaktor
  • Anzeigen pro Anzeigengruppe
  • Cost-per-Order

Und nicht nur das, sondern neben den KPIs wurden auch jeweils sinnvolle Sollwerte von Ulf vorgestellt. Unter ulfweihbold.com kann die gesamte Präsentation bereits runtergeladen werden. Für jeden, der etwas mit Adwords zu tun hat: Sehr empfehlenswerter Download!

Allgemeines zur OMX 2013

Man hat der Veranstaltung angemerkt, dass es sich um eine Online Marketing Konferenz handelte. So tummelten sich neben den SEOs, die sonst die SEOkomm besuchen, viele Leute aus dem Online Marketing und dem klassischen Marketing und förderten so den Ideenaustausch.

Das Essen war überraschend lecker und auch die Abendveranstaltung war top organisiert und bot einige kulinarische Schmankerl.

Fazit

Insgesamt war die OMX 2013 eine rundum gelungene Veranstaltung. Sie erzeugte naturgemäß nicht den gleichen Synapsenbrand wie Karls Seminar im Rahmen der SEOkomm Academy am Vortag, aber es  gab doch erstaunlich viele gute Impulse und Denkanstöße. Das Event war in allen Facetten sehr gut durchdacht und die Organisation hat immer wieder positiv überrascht.

Also: Beide Daumen hoch für die OMX 2013! 

Unseren Recap zur SEOkomm 2013 gibt’s übrigens hier.