Das E-Rezept kommt nach Deutschland!

Das Thema Digitalisierung ist in aller Munde und nun hat sie auch das Gesundheitswesen erreicht! Auch im Healthcare-Bereich ist die Digitalisierung nämlich auf dem Vormarsch und mit ihr jede Menge Veränderungen in der Gesundheitsbranche. Immer mehr zeichnet sich der Trend zur Online-Information bei Gesundheitsfragen ab. Egal ob Verbraucher, Mediziner oder Pharma-Experten, jede Zielgruppe ist offen für den digitalen Fortschritt und nutzt Online-Angebote bereits jetzt. In der Patient-Journey ist bereits eine starke digitale Prägung erkennbar, was sich besonders in der zunehmenden Verwendung von Dr. Google, Social-Media-Kanälen und Online-Foren zeigt. Das alles sind gute Voraussetzungen für den zukünftigen Ausbau von E-Health Lösungen, der bereits stark im Kommen ist. Treiber dieses digitalen Entwicklungsprozesses sind vor allem das bald erscheinende E-Rezept, die Professionalisierung von Onlineapotheken und digitale Ärzte-Sprechstunden.
Insbesondere das elektronische Rezept wird den Markt auf digitalem Wege stark verändern und neu prägen. Rund 50,4 % der Verbraucher sehen Vorteile in der Einführung des digitalen Rezepts und blicken dem bereits jetzt positiv entgegen. Die Hälfte der Verbraucher würde ein E-Rezept online einlösen, obwohl bisher nur 1,5% dies aktuell machen und vor der Umfrage mehr als 70% noch nichts vom E-Rezept gehört hatten. Durch die Einführung des neuen Rezeptes kommt auf Praxen, Apotheken und Verbraucher einiges zu. Das elektronische Rezept wird das Gesundheitswesen als wesentliche Komponente der Digitalisierung nachhaltig und tiefgreifend verändern. Doch was bedeutet dieser Meilenstein konkret für Apotheker, Hersteller und Verbraucher?

Übersicht

    1. Was ist das E-Rezept?
    2. Wo gibt es das E-Rezept schon?
    3. Wann kommt das elektronische Rezept nach Deutschland?
    4. Was sind die Vorteile des elektronischen Rezeptes?
    5. Was sagen Experten zum E-Rezept?
    6. Welche Auswirkungen wird es auf den Apothekenmarkt haben?
    7. Die E-Rezept-Studie von Dr. Kaske
    8. Summary: Die 5 wichtigsten Fakten zum E-Rezept

Was ist das E-Rezept?

Das E-Rezept lässt sich als digitales Gegenstück zum papierbasierten klassischen Rezept beschreiben. Die Informationen zum elektronischen Rezept werden vom Verschreibenden direkt auf ein zentrales Informationssystem übertragen. Partner im Gesundheitssystem können diese Informationen auslesen und anschließend weiterverarbeiten. Somit kann das Rezept automatisch durch das Informationssystem von Arztpraxis zu Apotheke übertragen werden. Dort kann es dann anschließend vom Kunden gleich abgeholt werden oder kann bei Übertragung an die Online-Apotheke dem Patienten nach Hause geliefert werden. Ein besonderer Zusatz: Auch das Ausstellen von Folgerezepten kann dann ganz einfach von den Apotheken getätigt werden! Das erspart den meisten Patienten einen weiteren Arztbesuch und bedeutet gleichzeitig für die Arztpraxen weniger volle Wartezimmer. Durch die Datenübertragung über einen gesicherten Kanal soll der vielfach befürchtete Datenmissbrauch ausgeschlossen werden.

Wo gibt es das E-Rezept schon?

Der Ausbau der digitalen Gesundheitsversorgung hat in Europa bereits begonnen. Die „EU-Strategie für digitale Gesundheitsversorgung und Pflege“ startete bereits eine Initiative, in der innerhalb der EU das grenzübergreifende Einreichen von E-Rezepten möglich wird. In Finnland und Estland werden länderübergreifende E-Rezept Ausstellungen bereits getätigt. Digital erstellte Rezepte aus Estland lassen sich durch elektronische Übermittlung problemlos bei teilnehmenden Apotheken in Finnland über die E-Health-Infrastruktur einreichen. Die EU plant schrittweise die elektronische Übermittlung der Rezepte als länderübergreifende Dienstleistung in allen EU-Mitgliedstaaten einzuführen.

Erste Umsetzungsversuche zum E-Rezept gibt es auch in Deutschland bereits. Am 1. Februar 2019 startete die Techniker Krankenkasse mit weiteren Projektpartnern ein Pilotprojekt in Hamburg und Umgebung. Dabei erhalten Patienten ihr digitales Rezept auf ihr Smartphone mittels eines Codes. Dieser Code wird dann an den Apotheker übergeben, der ihn anschließend ausliest und das Medikament sofort aushändigt. Beteiligte Apotheken sind dabei zum einen die Wandsbeker Adler-Apotheke und zum anderen ein Schwester-Unternehmen der DocMorris-Gruppe, welches spezialisiert ist auf Abrechnungslösungen im Versandhandel. Erste positive Erfolge zeigen, dass die Umstellung von papierbasiertem Rezept zu elektronischem Rezept in Deutschland und Europa durchaus umsetzbar ist.

Wann kommt das elektronische Rezept nach Deutschland?

Das E-Rezept kommt auch nach Deutschland! Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn (CDU) gilt als großer Befürworter der Digitalisierung im Gesundheitswesen und wird das E-Rezept schon bald einführen. Im Juli 2019 soll bereits das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSVA) erlassen werden, um für die rechtlichen Voraussetzungen des E-Rezeptes zu sorgen. Die damit verbundene Selbstverwaltung soll Regelungen ändern, die das E-Rezept bisher verhindern. Somit kann Ärzten in Deutschland in Zukunft die elektronische Verordnung von Arzneimittel ermöglicht werden. Weitere regulatorische bzw. technische Bedingungen sollen bis zum Frühjahr 2020 von allen relevanten Seiten des Gesundheitssystems gestellt werden, damit der offiziellen Einführung nichts mehr im Weg steht. Somit ist das E-Rezeptes in Deutschland voraussichtlich für das Jahr 2020 geplant.

Was sind die Vorteile des elektronischen Rezeptes?

    • Aus Patientensicht: Kein Praxisbesuch für Folgerezept nötig
    • Aus Sicht der Praxen: Weniger volle Wartezimmer und schnellere digitale Verarbeitung von Rezepten
    • Aus Apothekensicht: Fehler bei Übertragung von Papier auf EDV werden durch elektronische Verarbeitung vermieden

Was sagen Experten zum E-Rezept?

Die Einführung des E-Rezeptes wäre für viele Beteiligte der Gesundheits- und Pharmabranche von Interesse und somit hat jeder eine eigene Sichtweise bezüglich des digitalen Rezeptes. Der Großteil der Experten aus Politik, Apothekenverbänden, Pharmaindustrie und Versandapotheken blicken dem jedoch besonders positiv entgegen. Hier einige Expertenstimmen aus der Gesundheitsbranche:

    1. „Das E-Rezept sehe ich als Königsanwendung, die Patient, Arzt und Apotheker optimal in einer digitaler werdenden Welt zusammenbringt. Einmal funktionstüchtig, schafft es Echtzeit-Transparenz und Effizienz in den Prozessen rund um Patienten, Ärzten, Krankenkassen und Apotheken.“ – Christian Buse, Vorsitzender BVDVA und MyCare (Quelle: Dr. Kaske-Umfrage)
    2. „Die Einführung des E-Rezepts erfordert Lösungen, die aus Sicht des Patienten gedacht sind. Dafür ist es essentiell, dass der Patient nach wie vor die ihn versorgende Apotheke frei auswählen kann. Darüber hinaus ist es wichtig, dass auch nach der Einführung eines E-Rezeptes der Patient mit dem richtigen Arzneimittel versorgt wird.“ – Jörg Wieczorek, Vorsitzender BAH und Geschäftsführer HERMES Arzneimittel (Quelle: Dr. Kaske-Umfrage)

Welche Auswirkungen wird es auf den Apothekenmarkt haben?

Das E-Rezept kommt also nach Deutschland und mit ihm eine Menge Veränderungen, die Auswirkungen auf den Apothekenmarkt haben könnten. Bedeutet die Digitalisierung der Rezeptabläufe einen Nachteil für die stationären Apotheken? Gründe für diverse Auswirkungen können neben dem E-Rezept auch die alle Altersschichten umfassende Digitalisierung, die (automatisierte) Ausstellung von Folgerezepten und die Professionalisierung der Onlineapotheken sein. Prognosen zufolge werden zwei große Bewegungen erwartet. Zum einen der starke Rückgang der stationären Apotheken und zum anderen ein starker Zuwachs im Rx-Online-Handel durch das E-Rezept. Wie eine Szenario-Analyse von Dr. Kaske zeigt, könnte es in Deutschland im Jahr 2030 nur noch 11.871 stationäre Apotheken geben. Das würde einen jährlichen Rückgang von 4% bedeuten und 58% weniger Vor-Ort-Apotheken als noch 2015. Des Weiteren wird in den nächsten 10 Jahren ein starker Anstieg des Rx-Versandhandels erwartet. Bis 2030 könnte der Rx-Versandhandel einen Marktanteil von 10,2 % bei 5,1 Milliarden Umsatz erreichen. Dementsprechend würde das für stationäre Apotheken ein Minus von bis zu 4,3 Milliarden Euro bedeuten. Die Prognosen deuten auf große Veränderungen hin, die besonders positiv für Online-Apotheken zu sein scheinen und mit einem Rückgang der stationären Apotheken einhergehen.

Die E-Rezept-Studie von Dr. Kaske

Passend zu den aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen haben wir von Dr. Kaske vor kurzem eine Studie zum E-Rezept veröffentlicht, in der alle dafür relevanten Sachverhalte zum analysiert wurden. Für unsere E-Rezept-Studie haben wir in einer repräsentativen Umfrage Verbraucher, Apotheken und Hersteller zum E-Rezept befragt. Die Antworten geben Auskunft zum aktuellen Meinungsbild in Deutschland. Im Detail analysiert werden die mit der Einführung des E-Rezeptes verbundenen Erwartungen und Bedenken der drei Gruppen. Zukunftsprognosen für den Apothekenmarkt und Experten-Statements zum Einfluss des E-Rezeptes auf das deutsche Gesundheitssystems komplettieren die umfassende Studie. Interesse? Die Dr.Kaske E-Rezept-Studie gibt einen fundierten Einblick in das spannende Geschehen rund das elektronische Rezept. Hier geht’s zur Studie!

Summary: Die 5 wichtigsten Fakten zum E-Rezept

        1. E-Rezept als digitales Gegenstück zum papierbasierten Rezept
        2. Einführung in Deutschland im Frühjahr 2020
        3. Prognose: Rückgang der stationären Apotheken
        4. Großes Marktpotential für Rx-Versandhandel
        5. Umsatzsteigerung für den Online-Apothekenmarkt wird erwartet