Das E-Rezept kommt im Frühjahr 2021

Die Planung zur Einführung des E-Rezeptes ist bereits seit einiger Zeit in vollem Gange. Den entscheidenden Anfang machte das Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), welches am 16. August 2019 eingeführt wurde und erste Regelungen für das E-Rezept festgesetzt hat. In den letzten Jahren folgten diverse Pilotprojekte wie GERDA oder das Projekt der TK-Krankenkasse, welche das digitale Rezept bereits in ausgewählten Regionen erfolgreich testen konnten. Derzeit wird für die offizielle bundesweite Einführung 2021 an einer einheitliche Standard-Applikation gearbeitet. Diese wird von der Gematik (der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) entwickelt und zur Verfügung gestellt. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn ist voraussichtlich 2021 die offizielle Einführung des elektronischen Rezeptes in Deutschland geplant. Wie das Bundeskabinett kürzlich im neuen Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) beschlossen hat, soll ein Jahr nach der Einführung, für 2022 bereits eine E-Rezept-Pflicht für alle Beteiligten folgen. „Die elektronische Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in der Telematikinfrastruktur wird verpflichtend ab dem 1. Januar 2022 vorgegeben“(PDSG), heißt es im Gesetzentwurf, der bis zum Herbst 2020 vom Bundestag verabschiedet werden soll.

Wie wird der E-Rezept Ablauf für Verbraucher aussehen?

Das elektronische Rezept wird für Verbraucher viele praktische Neuerungen hervorbringen und die Prozesse zwischen Arztpraxen, Apotheken und Patienten digitalisieren sowie beschleunigen. Den gesamten Prozess in 10 Schritten könnt Ihr oben unserer übersichtlichen Infografik speziell für Verbraucher entnehmen.

Die Übertragung erfolgt über einen verschlüsselten Code und die sensiblen Daten sind auf einem Server gespeichert. Der Arzt erstellt das E-Rezept sendet es verschlüsselt an einen Server und übermittelt dem Patienten den entsprechenden Zugriffscode. Diesen Code erhält der Patient die zentrale Gematik-App. Der Patient kann jetzt entweder weiter die Gematik-App nutzen oder zu einer App eines anderen Anbieters wechseln. Die ausgewählte App dient dem Patienten als  Übermittlung des Zugriffscodes. Im nächsten Schritt folgt die Apothekenwahl: Hier hat der Patent freie Wahl, denn bis zur Einführung werden alle Apotheken in Deutschland an am einheitlichen E-Rezept System angeschlossen sein.  Der Patient kann somit frei entscheiden, ob er sein E-Rezept in einer Online-Apotheke oder in einer stationären Apotheke vor Ort einlösen möchte. Die gewählte Apotheke kann mit Hilfe des verschlüsselten Codes auf das E-Rezept des Servers zugreifen und es mit der eigenen Software entschlüsseln. Anschließend kann die Apotheke das verschriebene Medikament an den Patienten liefern oder persönlich aushändigen. Nach diesem Vorgang gilt das elektrische Rezept als eingelöst und der Status der Verordnung wird entsprechend geändert, bevor die Apotheke das E-Rezept an das Apothekenzentrum sendet. Anschließend leitet das Apothekenzentrum das Rezept zur Abrechnung an die jeweilige Krankenkasse des Patienten weiter.

Welche Technik steckt hinter dem E-Rezept-System?

Damit ein Arzt ein E-Rezept ausstellen kann, muss die Praxis zunächst diverse Grundvoraussetzungen erfüllen, die alle im Zusammenhang mit der Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) stehen. Das wird bis zur offiziellen Einführung in jeder Arztpraxis der Fall sein.

Durch die Aushändigung eines Praxisausweises muss die Praxis zunächst als medizinische Einrichtung anerkannt und für die Teilnahme an der TI authentifiziert werden. Dieser Praxisausweis dient in Kombination mit einer PIN zur Anmeldung über ein Kartenterminal an der TI. Speziell zertifizierte und von der Gematik zugelassene sogenannte Konnektoren stehen in Verbindung mit dem Kartenterminal und dem Praxisverwaltungssystem. Der Konnektor ähnelt einem DSL-Router, gewährleistet jedoch ein sehr viel höheres Sicherheitsniveau, und stellt ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her. Er enthält auch das notwendige Modul für das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Der spezielle von der Gematik zertifizierte VPN-Zugangsdienst ermöglicht eine vom Internet völlig abgeschirmte Kommunikation unter Verwendung modernster Verschlüsselungstechnologien.

Ist die Verbindung von der Arztpraxis zur TI hergestellt, kann der Arzt über seine Praxissoftware – das Praxisverwaltungssystem (PVS) – ein E-Rezept erstellen und verschlüsselt an einen E-Rezept-Server übermitteln. Kurz darauf erhält der Patient einen dazugehörigen Zugriffscode auf sein Smartphone – das E-Rezept gilt dann als ausgestellt.

Das Dr. Kaske E-Rezept-Wiki

In unserem übersichtlichen E-Rezept-Wiki erfahrt Ihr auf unserer Homepage alles was Ihr zum elektronischen Rezept wissen müsst. Wir bieten Euch eine Übersicht aller wissenswerten Informationen rund um das bald kommende E-Rezept und klären alle wichtigen Fragen rund um das elektronische Rezept:

  • Was ist das E-Rezept?
  • Wo gibt es das E-Rezept schon?
  • Wie kann das elektronische Rezept eingelöst werden?
  • Welche Vor- und Nachteile gibt es beim E-Rezept?
  • Welche Pilotprojekte gibt es bereits?

Zu diesen und vielen weiteren Fragen klären auf. Hier geht’s zum E-Rezept Wiki!