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Wer profitiert vom E-Rezept?

Lesedauer: 10 Minuten

Die Gesellschaft befindet sich in allen Bereichen stets im digitalen Wandel, Alltagsgegenstände und regelmäßige Tätigkeiten werden weiterentwickelt und bekommen mit der Zeit ein digitales Pendant zur klassischen Variante. Aus dem Bike wurde das E-Bike, aus dem Auto das E-Auto, aus gewöhnlichem Shoppen wurde das Online Shopping bzw. der E-Commerce und Überweisungen tätigen wir heutzutage auch fast nur noch digital und nicht mehr in Papierform. Da wird es höchste Zeit, dass auch die Gesundheitsbranche nachzieht. Jetzt folgt auch in diesem Bereich die nächste logische Stufe und aus dem klassischen Papier-Rezept wird das E-Rezept. Im Frühjahr 2021 ist es so weit und das E-Rezept wird auch in Deutschland eingeführt. Bis dahin werden noch fehlende regulatorische bzw. technische Bedingungen von allen relevanten Seiten des Gesundheitssystems gestellt worden sein. Die Einführung in anderen europäischen Ländern und einige Pilot-Projekte in Deutschland zeigten bereits, dass das neue System funktioniert und für viele Beteiligte Vorteile mit sich bringt. Zudem werden durch das elektronische Rezept große Veränderungen im Apothekenmarkt erwartet. Bei derartigen Veränderungen und digitalen Neuerungen stellt sich die Frage, wer dabei die Gewinner und wer die Verlierer im Gesundheitssystem sein werden – und noch spannender: Wer profitiert vom E-Rezept?

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer profitiert vom E-Rezept?
  2. Die E-Rezept Studie von Dr. Kaske
  3. Welche Chancen gibt es für die telemedizinische Versorgung?
  4. Summary

Wer profitiert vom E-Rezept?

Apotheken

Stark betroffen von den Umstellungen durch das elektronische Rezept werden Apotheken sein. Ihnen wird es im System des E-Rezeptes erlaubt sein, im Auftrag des Patienten durch ihre digitale Identität Rezepte vom Rezeptspeicher zu beziehen. Das heißt, das vom Arzt auf dem zentralen Informationssystem hinterlegte, verschlüsselte E-Rezept kann von der ausgewählten Apotheke gelesen und bearbeitet werden. Im Allgemeinen ist aus Sicht der Apotheken die Einführung des E-Rezeptes ambivalent zu betrachten. Während die Versandapotheken als klare Sieger im Zuge der Rezept-Digitalisierung gesehen werden, scheint es für die Vor-Ort-Apotheken reichlich negative Auswirkungen zu haben. Während für stationäre Apotheken eher ein Rückgang prognostiziert wird, tun sich für Online-Apotheken durch die Digitalisierung des Rezeptsystems neue Möglichkeiten auf.

Wir gehen davon aus, dass Patienten mit einem digitalen Rezept eher in Online-Apotheken einkaufen als ohne. Generell erwarten wir ein starkes Umsatzwachstum im Versandapothekenmarkt.  Darüber hinaus wird durch den schnelleren Ablauf der digitalen Bestellung mit dem elektronischen Rezept auch ein Anstieg der Online-Käufe im Rx-Bereich erwartet. Aktuell liegt der Rx-Online-Anteil bei etwa 1,5 %, eine große Steigerung wird jedoch erwartet. Der Apothekenmarkt ist de facto in Bewegung!

Der zu erwartende Anstieg der Rx-Käufe ist eine Chance für die Versandapotheken den Warenkorb zu vergrößern. Ein Vehikel dazu ist ein Ausbau und die weitere Optimierung der Cross-Selling Maßnahmen. Zwangsläufig folgt ein Anstieg des Umsatzes der Online-Apotheken und ein steigender VH-Marktanteil. Jeder Apothekenkunde mit einem Rezept ist ein potenzieller OTC-Kunde. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass fast jeder Rx-Kunde ein OTC-Präparat in den Warenkorb legt. Diesen Hebel können Versender durch Rabatte und den Rx-Bonus verlängern.

Der Patient findet dort beim Kauf seines rezeptpflichtigen Medikaments, automatisch zur Indikation passende Empfehlungen für ergänzende Produkte, die er ohne Rezept gleich mitbestellen kann. Momentan wird diese Maßnahme fast nur für OTC-Produkte genutzt, in Zukunft wird es aber beim Anstieg der Online-Käufe, auch für Rx-Produkte sinnvoll sein. Der Vorteil der Online-Apotheken im Gegensatz zu Apotheken vor Ort wird bezüglich der Zusatzverkäufe sein, dass dieser Prozess automatisiert bei jedem Kauf ablaufen kann, ohne, dass Apotheker oder PTA aktiv beim Kaufgespräch erst daran denken müssen. Vom E-Rezept werden also besonders die Online-Apotheken profitieren. Stationären Apotheken könnten die digitale Neuerung eher Nachteile bringen.

Großhandel

Auch auf den Großhandel werden mit Einführung des E-Rezeptes mit der Zeit Veränderungen zukommen. Der Großhandel ist in seiner Arbeit mit Herstellern und Apotheken an gewisse Richtlinien, die sogenannten Großhandelskonditionen, gebunden. In der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) werden diese und auch beispielsweise die offizielle Preisspanne der pharmazeutischen Großhandlungen für die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel an Apotheken geregelt. Der pharmazeutische Großhandel erhält auf den Abgabepreis des Pharmaunternehmers (ApU) ohne Umsatzsteuer einen Höchstzuschlag von 3,15 % (mit Höchstgrenze von 37,80 Euro für Arzneimittel mit einem ApU von über 1.200 Euro). Zudem erhält der Großhandel für jedes verkaufte Rx-Medikament einen Fixzuschlag von 70 Cent pro Packung.

Wird im Zuge der Einführung des E-Rezepts davon ausgegangen, dass zum einen die Compliance steigt und Patienten also regelmäßiger ihre Rezepte einlösen und somit mehr Medikamente in den Apotheken bestellen, steigen auch die Absätze und Umsätze beim Großhändler bzw. die Abnahmemengen der Apotheken. Verstärkt wird dieser Prozess zudem durch den erwarteten Anstieg des Rx-Marktes.

Durch das digitale Rezept wird ein großer Teil der Medikamenten-Verkäufe in den nächsten Jahren von den Vor-Ort-Apotheken auf den Online-Markt übergehen. Somit werden auch die Abnahmemengen der Versandapotheken beim Großhändler steigen. Fraglich ist dann, wie sich das bei genossenschaftlichen Großhändlern wie Sanacorp oder Noweda entwickeln wird. Diese verstehen sich als klassische Apothekergenossenschaft und haben somit den stationären Apotheken gegenüber, eine andere Verpflichtung als die übrigen Großhändler, die sowohl mit stationären Apotheken als auch mit Versandapotheken zusammenarbeiten.

Hersteller

Ähnliche Entwicklungen im Bereich Absatz und Umsatz sind auch bei den Herstellern zu erwarten. Mehr eingelöste Rezepte haben gestiegene Medikamentenverkäufe, erhöhte Verkäufe von Rx-Medikamenten und somit einen gesteigerten Absatz zur Folge. Der Hersteller verdient somit auch am E-Rezept. Gleichzeitig werden sie aber auch neue Herausforderungen antreten müssen: Durch die veränderte Marktstruktur und der gestiegenen Nachfrage muss die gesamte Produktionsplanung überarbeitet und den neuen Bedürfnissen angepasst werden. Insbesondere im Rx-Markt sind lange Lieferengpässe bei wichtigen Arzneimitteln zu vermeiden und eine rechtzeitige Produktion und Lieferung der Medikamente essenziell.

Das E-Rezept und seine regulatorischen Veränderungen sorgen außerdem für eine gesteigerte Convenience für die Hersteller. Die Ausstellung von Folgerezepte in den Apotheken kann für Hersteller den Vorteil einer gestärkten Kundenbindung und der Generierung von neuen Stammkunden haben. Es wird häufiger in Folge das gleiche Produkt in der gleichen Apotheke bestellt. Zusätzlich kann eine automatische Erinnerungsfunktion der Versandapotheken an die Patienten nach 3 bis 6 Monaten den Komfort für Patienten sowie die Kundenbindung für Hersteller erhöhen.

Krankenkassen

Auch die Arbeit der Krankenkassen wird in Zukunft von Veränderungen durch das E-Rezept beeinflusst sein. Zum einen werden die Abrechnungen in der Zusammenarbeit von Apotheken und Krankenkassen vollkommen digitalisiert. Zum anderen wird angenommen, dass so weniger Retaxierungen der Krankenkassen nötig sind und auch die Verordnungen durch den digitalen Weg weniger anfällig für Fehler sein werden. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-SV) ist neben dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundesärztekammer (BÄK), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und dem Deutschen Apothekerverband (DAV) auch Teil der Gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH). Gemeinsam spielen sie als Gesellschafter eine zentrale Rolle in der Digitalisierung der Gesundheitssysteme und haben ein gewisses Mitspracherecht bei der Einführung des E-Rezeptes und all seinen Veränderungen.

Womit könnten aber Krankenkassen am digitalen Rezept verdienen? Zum einen heißen weniger Fehler in Abrechnungen, Verordnungen und Retaxierungen auch ein reibungsloser Ablauf, Zeitersparnis und weniger Kosten für die Kassen. Ansonsten scheinen die Krankenkassen weniger am E-Rezept zu verdienen, sondern eher im Gegenteil. Grund dafür sind die Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Herstellern. Einzelne Hersteller schließen mit verschiedenen Krankenkassen Rabattverträge ab, bei denen die Krankenkassen auf die Arzneimittel eines bestimmten Herstellers sparen. Im Gegenzug dazu versichern Krankenkassen den Pharmaherstellern, dass Patienten im Normalfall auch nur diese rabattierten Medikamente erhalten, sofern Lieferung möglich ist. Je mehr Rezepte also in den Apotheken eingelöst werden (wovon in Zukunft mit dem E-Rezept ausgegangen wird), desto öfter werden die Krankenkassen zur Kasse gebeten. Lösen die Patienten ihre Rezepte öfter ein, müssen die Krankenversicherungen auch häufiger anteilige Kosten am Medikament übernehmen. Somit würde die Krankenkassen nicht am E-Rezept verdienen, sondern ihre Kosten steigern, sofern sich nichts an den Rabattverträgen zwischen Krankenkassen und Herstellern ändert. Bei der hohen Summe an Ersparnissen, die durch Rabattverträge regelmäßig generiert werden, werden die gestiegenen Kosten kein großes Problem darstellen.

Ärzte

Für Ärzte und Arztpraxen kommen im Zuge der Digitalisierung des Rezeptsystems Neuerungen und systematische Änderungen im Ablauf zu. Statt für Patienten die papierbasierten Rezepte auszufüllen und zu übergeben, werden die relevanten Informationen individuell für den Patienten online in das E-Rezept eingetragen und innerhalb eines zentralen Informationssystems verschlüsselt hochgeladen. Der Patient erhält anschließend einen persönlichen Code für sein E-Rezept, das er mit der gewünschten stationären oder Online-Apotheke für die Bearbeitung seines Rezeptes teilen kann. Für Ärzte ist somit ein reibungsloser, digitaler Arbeitsablauf vorgesehen, der weniger „Papier-Arbeit“ und technischen Fortschritt bedeutet. Durch das E-Rezept wird zudem Apotheken die Möglichkeit gegeben, Folgerezepte an die Patienten auszustellen, sodass dies nicht mehr zwingend von einem Arzt getätigt werden muss. Das liefert einen weiteren Vorteil für Ärzte bzw. Arztpraxen, denn neben der schnelleren digitalen Verarbeitung von Rezepten, sind so auch weniger volle Wartezimmer zu erwarten. Patienten müssen nicht, wie bisher, für die Verschreibung eines Folgerezeptes erneut zum Arzt in die Sprechstunde kommen, sondern können dies problemlos bei der zuvor genutzten (Online) Apotheke erledigen. Somit sparen Arzt und Patient Zeit und können von einem schnelleren Ablauf profitieren. Diese spannende Neuerung können sich auch Ärzte in der telemedizinischen Versorgung zu Nutze machen und E-Health-Lösungen wie die digitalen Sprechstunden voranbringen und sie mit dem elektronischen Rezept kombinieren. Das Rezept stellt durch seine digitale Form dann keine (physische) Hürde mehr in der telemedizinischen Versorgung dar.

Patienten

Zwar wird das E-Rezept für die Patienten nicht zwingend monetäre Vorteile haben, jedoch wird das elektronische Rezept besonders viele positive Aspekte auf praktischer Ebene mit sich bringen:

  • Schnelle Versorgung
  • Weiterhin freie Apothekenwahl
  • Folgerezepte direkt bei der Apotheke (d. h. weniger Arztbesuche)
  • Digitaler Fortschritt auch im Gesundheitsbereich
  • Weniger „Papierkram“
  • Reibungsloser Ablauf zwischen Ärzten, Apotheken, Patienten und Krankenkassen

Außerdem wird von einer höheren Patienten-Compliance und Convenience wegen regelmäßiger Rezepteinlösungen durch das Folgerezept ausgegangen. Durch die Erlaubnis für Apotheken, Folgerezepte verschreiben zu dürfen, wird erwartet, dass Patienten ihre Rezepte regelmäßiger und häufiger einlösen, da der obligatorische Gang zum Arzt wegfällt. Durch eine regelmäßige Medikamenteneinnahme können auch die Therapieerfolge gesteigert werden. Kombinieren lässt sich diese regelmäßige Medikamentenverschreibung auch mit weiteren Vorteilen für Apotheken und Patienten. Bei kontinuierlicher Verschreibung von Arzneimitteln, die von der gewünschten Apotheke aus gesteuert werden kann, ist eine automatisierte Erinnerung von der Online-Apotheke denkbar und eine vorteilhafte Situation für Apotheke und Patient. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Ein Patient, der über mehrere Jahre hinweg regelmäßig rezeptpflichtige Schilddrüsenmedikamente zu sich nehmen muss, kann sein E-Rezept in seiner Wunschapotheke einlösen und wird (je nach Packungsgröße) nach 3 oder 6 Monaten automatisch von seiner Online-Apotheke an die erneute Bestellung der bald endenden Packungsgröße erinnert. Sinnvoll wäre dieses System auch bei Frauen und der regelmäßigen Einnahme der „Pille“, die so alle 6 Monate automatisch fortgeführt werden könnte, ohne beim Frauenarzt erneut ein Rezept abholen zu müssen. Besonders bei chronischen Krankheiten und Patienten mit vielen, regelmäßig einzunehmenden Medikamenten wäre dies eine große Erleichterung.

Die E-Rezept Studie von Dr. Kaske

Passend zu den aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen hat das Dr. Kaske Strategy Team eine Studie zum E-Rezept veröffentlicht, in der wir alle dafür relevanten Sachverhalte untersucht haben. Für Studie haben wir in einer repräsentativen Umfrage Verbraucher, Apotheken und Hersteller zum E-Rezept befragt. Die Antworten geben Auskunft zum aktuellen Meinungsbild in Deutschland. Im Detail analysiert werden die mit der Einführung des E-Rezeptes verbundenen Erwartungen und Bedenken der drei Gruppen. Zukunftsprognosen für den Apothekenmarkt und Experten-Statements zum Einfluss des E-Rezeptes auf das deutsche Gesundheitssystems komplettieren die umfassende Studie. Haben Sie Interesse? Die Dr. Kaske E-Rezept-Studie gibt einen fundierten Einblick in das spannende Geschehen rund um das elektronische Rezept und liefert alle nötigen Fakten und aktuellen Informationen. Hier geht’s zur kostenlosen Studie!

Welche Chancen gibt es für die telemedizinische Versorgung?

Die vieldiskutierte telemedizinische Versorgung ist im Kommen und wird in vielen Projekten bereits getestet. Zum einen regelt das E-Health-Gesetz (Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen) die Einführung digitaler Anwendungen im deutschen Gesundheitssystem. Dies erfolgt durch das Ersetzen bislang papierbasierter oder physischer Vorgänge durch IT-unterstützte Methoden. Ziele dieses Gesetztes sind Fortschritte in der Digitalisierung des Gesundheitswesens und die kontinuierliche Verbesserung der Patientenversorgung.

Außerdem galt bisher das sogenannte Fernbehandlungsverbot, was eine ärztliche Behandlung oder Beratung ohne persönlichen Erstkontakt nicht erlaubte. Nun hat der Deutsche Ärztetag das Verbot gelockert. Ärzte dürfen in Zukunft ihre Patienten „im Einzelfall“ telefonisch oder per Internet ohne vorherigen persönlichen Kontakt behandeln. Eine klare Chance für den Ausbau der Telemedizin in Deutschland.

Während für viele Beteiligte des Gesundheitssystems die neue Regelung längst überfällig war, sehen einige den digitalen Fortschritt eher problematisch. Insbesondere die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit und die Medikamentenverschreibung werden kritisch gesehen. Einer Lösung zu letzterem wäre man durch die Einführung des E-Rezeptes schon näher. Demnächst folgen Abstimmungen der Landesärztekammern zur landesweiten Regelung zum Fernbehandlungsgesetz.

Nach zahlreichen erfolgreichen Modellprojekten zur telemedizinischen Versorgung, Digitalisierungen im Gesundheitswesen und Fortschritten in der Regelung zur Fernbehandlung, ist der nächste logische Schritt die Einführung des E-Rezeptes. All das zusammen wird stark zu einem digitalisierten, fortschrittlichen Gesundheitswesen in Deutschland beitragen und die Telemedizin weiter voranbringen.

Summary

Was lässt sich abschließend sagen? Wer profitiert denn nun zukünftig vom E-Rezept? Grundsätzlich ist festzuhalten, dass von einer Umverteilung des Umsatzes für Medikamente ausgegangen wird. Es wird zukünftig nicht eine größere Anzahl von kranken Menschen geben, die mehr Rezepte einlösen, sondern Personen, die aus Convenience Gründen mehr Rezepte einlösen und so auch die Compliance erhöhen. Zudem wird erwartet, dass die digitalen Rezepte auch auf digitalem Weg vermehrt in Online-Apotheken eingelöst werden. Somit wird eine Umsatzumverteilung in Richtung Versandhandel erwartet. Stationäre Apotheken können diesem Prozess entgegenwirken, indem sie auf den digitalen Zug aufspringen und digitale Maßnahmen in den Alltag ihrer klassischen Apotheke einbauen. Innovative Maßnahmen in diesem Bereich gibt es mittlerweile zahlreiche. Durch den digitalen Umstieg und dem erleichterten Ablauf der Rezepteinlösung wird auch ein starker Anstieg des Rx-Anteiles im Versandhandel erwartet. Die größten Vorteile erwarten wir somit insbesondere für Online Apotheken, Hersteller, Großhändler und Patienten. Positive Auswirkungen wird die Einführung des E-Rezeptes besonders auf den Rx- Markt und auf Cross-Selling-Empfehlungen im Online-Handel haben. Ob sich unsere Prognosen bestätigen und wie sich der Gesundheitsmarkt zukünftig entwickeln wird, wird sich in der anbrechenden Dekade zeigen.